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Nanomaterialien und Gesundheit

Sind Stoffe in Nanoform gefährlicher als in ihrer normalen Größe? Manche ja, manche nein. Genau wie alle anderen chemischen Stoffe müssen auch Nanomaterialien einzeln beurteilt werden.

Nanomaterialien und ihre Wirkungen auf den menschlichen Körper unterscheiden sich ebenso sehr voneinander wie alle anderen Chemikalien. Deshalb müssen Nanomaterialien genau wie alle anderen Stoffe einzeln beurteilt werden. Wird ein Stoff in seiner Massenform als unbedenklich eingestuft, muss er dennoch in der Nanoform neu beurteilt werden. 

Wie kann man feststellen, ob ein Nanomaterial giftig ist?

Wissenschaftler versuchen unter anderem zu ermitteln, ob Nanomaterialien, die in den menschlichen Körper eindringen, dort verbleiben und sich im Laufe der Zeit anhäufen oder ob sie ausgeschieden oder verdaut werden. Dies ist kein leichtes Unterfangen.

Bei der Untersuchung, ob ein Nanomaterial schädlich ist oder nicht, sind viele Faktoren zu beachten, so beispielsweise Größe und Form und nicht zuletzt auch das Verhalten des Stoffes, wenn die Partikeln einmal auf Nanogröße aufgespalten worden sind. So sind einige Nanomaterialien unter Umständen in der Lage, in Bereiche des Körpers einzudringen, die von anderen Partikeln nicht erreicht werden. Hier gilt es herauszufinden, welche Folgen sich daraus ergeben könnten.

Die winzige Größe der Teilchen macht das natürlich umso schwerer. Geräte zum Aufspüren und zur Analyse von Nanopartikeln wurden erst in jüngster Zeit entwickelt.

Welche Gefahren bestehen?

Einige Nanomaterialien können Zellen im Körper schädigen, während sich andere als völlig unschädlich erwiesen haben. Aufgrund ihrer kleinen Größe können einige Partikel beim Einatmen tief in die Lungen vordringen. Sind sie dort einmal angekommen, rufen sie möglicherweise Entzündungen hervor. Eine weitere Gefahr geht davon aus, dass manche Nanomaterialien unter Umständen über die Blutbahn transportiert werden und somit in Organe wie Leber, Niere, Herz oder Milz eindringen, wo sie Krankheiten auslösen könnten.

Studien an Ratten haben gezeigt, dass bestimmte Nanopartikel eher Entzündungen und Krebserkrankungen verursachen als größere Teilchen des gleichen Stoffes.

Nanopartikel können auf drei verschiedene Weisen in den menschlichen Körper gelangen:

  • durch Einatmen;
  • durch Verzehr;
  • oder Aufnahme durch die Haut.

Sind wir Nanomaterialien ausgesetzt?

Bei der Beurteilung der Gefahren, die von Nanomaterialien ausgehen, muss auch ermittelt werden, ob Menschen diesen ausgesetzt sind. Nanomaterialien treten an vielen Orten auf, unter anderem auch in der Natur. So kommen sie beispielsweise in vulkanischer Asche, Staub und Seewind vor, aber auch in Dieselabgasen in städtischen Ballungsgebieten.

Viele Nanomaterialien, die an Arbeitsplätzen und in Konsumgütern zum Einsatz kommen, müssen noch viel eingehender erforscht werden, damit deren Sicherheit beurteilt werden kann.

Die ECHA und andere Behörden arbeiten derzeit an einer klareren Ausführung des Chemikalienrechts im Hinblick auf dessen Anwendung auf Nanomaterialien, um so besser zu gewährleisten, dass diese sicher eingesetzt werden.

Erfahren Sie mehr über Nanomaterialien und wo sie zum Einsatz kommen.
Logo der Europäischen Beobachtungsstelle der Europäischen Union für Nanomaterialien (EUON)

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