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Was ist mit sichereren Alternativen?

Die EU-Rechtsvorschriften für Chemikalien fördern das Ersetzen der gefährlichsten Chemikalien durch sicherere Stoffe. Auch Sie können durch die Verwendung sichererer Alternativen oder, wenn ein Ersetzen nicht möglich ist, durch eine Reduzierung der Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen etwas bewirken.

Stoffe, die Krebs, Mutationen oder Reproduktionstoxine zur Folge haben können, werden als „besonders besorgniserregende Stoffe“ (substances of very high concern; SVHCs) bezeichnet. SVHCs können in einer Liste, der sogenannten Kandidatenliste, aufgeführt sein. Von dort können sie zur Zulassungsliste verschoben werden, d. h., dass sie nur für spezifische zugelassene Anwendungen auf den Markt gebracht werden dürfen. Wenn der Stoff, den Sie am Arbeitsplatz verwenden, auf der Kandidaten- oder Zulassungsliste steht, heißt das, dass er früher oder später wahrscheinlich durch eine sicherere Alternative ersetzt werden muss. 

Ein für Arbeitnehmer interessantes Beispiel ist MDA (4,4'-Methylendianilin). Es wird als Härter in Polymeren sowie Epoxidharzen und -klebern verwendet, wobei die Exposition der Arbeiter – insbesondere in kleineren Unternehmen – hoch ist. Obwohl es auf der Zulassungsliste steht, hat bisher kein Hersteller oder Anwender innerhalb der Frist einen Antrag auf die Zulassung seiner Anwendung gestellt. Das heißt, dass es für diese genannten Anwendungen seit dem 21. August 2014 vom Markt genommen wurde.

Die Anzahl der Stoffe auf der Kandidatenliste nimmt zu. Sie wird zweimal pro Jahr aktualisiert. Ihr Arbeitgeber sollte darauf achten, ob Stoffe, die Sie handhaben, auf der Liste stehen. Dies gilt für Einzelstoffe, Gemische oder Stoffe in einem Erzeugnis und schafft für Ihren Arbeitgeber zusätzliche Verpflichtungen.

Wie werden besorgniserregende Stoffe kontrolliert?

Zulassung

Die Zulassung ersetzt schrittweise besonders besorgniserregende Stoffe durch geeignete Alternativen, sobald neue Optionen entstehen, die technisch und wirtschaftlich realisierbar sind. Es ist eine vorübergehende Maßnahme, um sicherzustellen, dass besonders besorgniserregende Stoffe angemessen kontrolliert werden, bis die Stoffe durch sicherere Alternativen ersetzt werden.

Beschränkung

Gefährliche Stoffe können auch in Bezug auf die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Anwendung beschränkt werden. Beschränkungen gemäß REACH finden Anwendung, wenn die Risiken inakzeptabel sind und ein EU-weites Handeln erforderlich ist, um uns oder die Umwelt zu schützen. Beschränkungen gelten zum Beispiel für Asbest, Blei in Farben und Quecksilber in Messgeräten.

Verordnung über Biozidprodukte

Die Verordnung über Biozidprodukte hat das Ziel, Stoffe auszugrenzen, die beispielsweise krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sind. Sie fördert auch das Ersetzen von Biozidprodukten, die Stoffe enthalten, die zum Beispiel Asthma oder andere Atemprobleme verursachen könnten. Diese Produkte werden nicht zugelassen und durch sicherere Alternativen ersetzt.

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber

Wenn Sie beim Durchsuchen unserer Datenbanken der erfassten Chemikalien feststellen, dass eine Chemikalie, die an Ihrem Arbeitsplatz verwendet wird, Regulierungsmaßnahmen unterliegt, halten Sie Ihren Arbeitgeber an, den Bedarf für diese Chemikalie abzuschaffen oder über eine sicherere Alternative nachzudenken. Dies wird die Sicherheit an Ihrem Arbeitsplatz verbessern und könnte Ihrem Betrieb zu Gute kommen.

Schauen Sie in das Substitutionsportal, um Ideen zu erhalten, die Ihnen bei der Suche nach sichereren Alternativen helfen können.


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